Zurück zu: Kurs – Warm Up – Cool Down (Selbstlernformat)

Foto: pixabay
Mein Wunsch – für jeden dieser Hunde müsste ein individuell passendes Warm Up – Programm zusammengestellt werden. Dabei wird es sicherlich Schnittmengen in den ausgesuchten Übungen geben und es kann sogar sein, dass die jeweilige Ausführung dieser Übungen teilweise ähnlich sein wird. Trotzdem wird jeder dieser Hunde persönliche Bedürfnisse und Besonderheiten mitbringen, die eine Anpassung und gezielte Auswahl begründen.
Bei einer bewussten individuellen Planung ist es sehr häufig so, dass es selbst bei identischen Übungen für zwei verschiedene Hunde in der Ausführung, der Intensität oder auch in der Nutzung der Hilfsmittel und Verstärker innerhalb der Übung zu Unterschieden kommen muss, weil die Bedürfnisse, der Körperbau, der Ausbildungsstand, die bereits erlernten Fähigkeiten usw. von Hund zu Hund verschieden sind. Jeder Hund ist einzigartig -es gibt Ähnlichkeiten, aber auch deutliche Unterschiede, beides sollte berücksichtigt werden.
Das eigene Warm Up zusammenstellen – zu Beginn ein Resümee
Du bist nun in den Lektionen angekommen, in denen es um die Zusammenstellung deines eigenen Warm Up Programms geht. Der gesamte Kurs ist so aufgebaut, dass du für dich entscheiden kannst welche Anregungen und Inhalte du tatsächlich für dich und deinen Hund berücksichtigen möchtest und welche du als unpassend für Euch aussortierst. Bevor ich in dieser Lektion darauf eingehe, wie man nun die noch übrig gebliebenen Übungen betrachten kann, um letztendlich dann ein überschaubares und vor allem auch gut umsetzbares Repertoire an. Warm Up Inhalten zu bekommen, möchte ich nochmal ganz kurz die bisherigen Inhalte des Kurses reflektieren.
Die ersten Lektionen
In den ersten Lektionen ging es zunächst darum, auf die vielen verschiedenen Empfehlungen, Übungsvorschläge und auch auf die darin enthaltenden Widersprüchlichkeiten einzugehen. Es geht darum in s Nachdenken zu kommen und zu Hinterfragen, Beobachten zu lernen und zu darüber nachzudenken, was man beobachten kann, um dann selbst zu entscheiden, was man tatsächlich berücksichtigen möchte.
Dieser Kurs ist entstanden, weil ich in den vielen Seminaren und Fortbildungen, die ich als Dozentin leite oder als Co-Dozentin mit begleite immer wieder mit Fragen zum Warm Up konfrontiert werde, die dann sehr häufig bei den Teilnehmern zu Diskussionen führen, weil die Antworten der Teilnehmer nicht einheitlich zu meinen oder eben auch untereinander sind. Ich mag mich auch hier – im Bezug zum Warm Up – nicht auf ein „das ist richtig“ oder „das ist falsch“ einlassen, weil dieses Schwarz-Weiß einordnen nur zu weiteren Problemen und Missverständnissen führen würde.
Ich hoffe also, dass deutlich geworden ist, dass es mir zum Beispiel um die Einordnung „sinnvoll“ oder „nicht sinnvoll“ geht und dass ich dies sowohl auf die Gesamtsituation, den Hund und den Menschen bezogen haben möchte und dabei immer die gesundheitlichen Aspekte im Fokus gehalten wünsche.
- Ist es sinnvoll diese Übung zu machen, wenn der Hund sich dabei möglicherweise verletzten kann?
- Ist es sinnvoll, so viele verschiedene Übungen machen zu wollen und dabei gar nicht alle korrekt erarbeiten zu können?
- Macht es für meinen Hund Sinn, mit Spielzeug zu verstärken (nur weil es zum Beispiel alle anderen in der Trainingsgruppe auch machen oder weil es in einem Workshop empfohlen wurde), obwohl ich merke, dass das Erregungsniveau meines Hundes dabei viel zu hoch geht?
- Macht es Sinn eine Übung zu machen, bei dir ich erkenne, dass der Hund zu lange in die Dehnung geht, obwohl er noch gar nicht richtig warm ist und ich weiß, dass hier an Verletzungsrisiko besteht?
- Ist es sinnvoll, immer dieselben Übungen zu machen, ganz egal wie die Situation vor Ort ist oder die Tagesstimmung meines Hundes?
- Ist es sinnvoll sich selber unter Druck zu setzen und ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich mal einzelne Übungen weglasse?
- Macht es für mich Sinn Übungen zu machen, die ich selber einfach nicht gerne mache, nur weil ich gehört habe, dass die gut sein sollen?
- Ist es sinnvoll eine Übung mit hineinzunehmen, die mein Hund gar nicht richtig kann, nur weil sie Bestandteil eines 10 heiligen Warm Up Programm ist?
Weitere Unterteilungen wären zum Beispiel auch „passend“ oder „nicht passend“ oder „unnötig riskant“ und „nicht riskant“:
- ist es passend, den Hund, wenn er noch nicht richtig warm ist, in schnelle enge Wendungen gehen zu lassen oder ist es vielleicht sogar unnötig riskant?
- ich halte es für nicht passend, einen Hund zum Aufwärmen in die Froschhaltung zu bringen, weil er noch nicht aufgewärmt in eine Überdehnung kommen kann und es unnötig riskant ist, weil wir möglicherweise die Schnellkraft und Reaktionsfähigkeit senken (Anmerkung: für manche Hunde mag es passend sein – ich lasse sie lieber weg)
- ist es passend, wenn der Hund im Training ruhige Aufgaben erfüllen soll, das Warm Up aber auf Schnelligkeit und hohe Erregungslagen ausgelegt ist?
- ist es passend, den Hund um Warm Up ganz ruhig zu arbeiten, wenn er sich in der Prüfung schnell und prompt verhalten soll?
- ist es unnötig riskant, den Hund auf unebenem/harten/wackeligen Untergrund springen zu lassen?
- ist es passend, den Hund an der Leine ziehen zu lassen?
- ist es unnötig riskant, zum Aufwärmen Spielzeug zu werfen?
- ist es passend, den Frisbeehund ohne Frisbeescheiben aufzuwärmen?
Wichtig:
einige dieser Fragen lassen sich ganz pauschal und allgemeingültig beantworten, andere sind individuell zu betrachten und im Bezug zum einzelnen Hund oder Mensch – Hund Team zu beantworten.
Anmerkung: Ich glaube, es ist im Laufe des Kurses auch aufgefallen, dass es leider bei den Empfehlungen oder Umsetzungen auch immer wieder Übungsausführungen gibt, die man mit der Unterteilung „gesundheitlich unbedenklich“ und „gesundheitlich bedenklich“ versehen muss. Wenn du Übungen siehst oder vielleicht auch bei den eigenen Übungen durch intensivere Betrachtung Details findest, die gesundheitlich bedenklich gewesen sind, obwohl dir die Übung jemand genau so empfohlen hat, denke bitte daran, dass dies nicht unbedingt an der „Quelle“ für diese Übung liegen muss.
Eines der Hauptprobleme in der Weitergabe von Übungen ist, dass es ähnlich wie bei der „stillen Post“ immer wieder zu Veränderungen im Weitererzählen kommen kann UND, dass viele einfach nicht daran denken, wie wichtig Look.Think.Modify – don´t copy wirklich ist. Übungen können gesundheitlich bedenklich werden, wenn sie in der Planung nicht genau angeschaut werden, wenn nicht darüber nachgedacht wird, ob diese für den eigenen Hund/Bedarf überhaupt passend ist und wenn sie vor der Umsetzung mit dem eigenen Hund nicht genau an seine Bedürfnisse, seinen Körper und die eigene Intention für die Nutzung der Übung angepasst werden. Wir alle sind immer dafür verantwortlich nach bestem Wissen zu überprüfen, ob wir eine Übung, einen Trick oder Bewegungen ausführen sollten bzw. zu überlegen, wie wir diese am besten und gesündesten umsetzen können.
Die Einführungslektionen zu den Phasen, den mentalen Bereichen und die Gedanken zu Kompromissen
Hier werden die Phase des Warm Up schon mal kurz vorgestellt, um dies dann für die folgenden Lektionen zu den mentalen Bereichen bei Mensch und Hund mit berücksichtigen zu können. Aus meiner Perspektive sind diese Lektionen insbesondere für alle Hundebesitzer/-sportler wichtig, die entweder an einer Umsetzbarkeit eines Warm Up Programms zweifeln und es deshalb vermeiden oder diejenigen, die sich in den vielen Angeboten, Tips und veröffentlichten Programmen verlieren. Beides löst in der Regel Stress und Unsicherheit aus, was nicht nur ungesund, sondern tatsächlich erfahrungsgemäß auch hinderlich für ein entspanntes Aufwärmen und trainieren ist und auch die Wettkampf – oder Prüfungsteilnahme nicht einfacher macht.
Mir ist es wirklich wichtig, dass ein weg gefunden wird, ein gut realisierbares, weil individuell angepasstes Warm Up Programm umzusetzen. Ich wünsche mir, dass dieses nicht als zusätzliche Last oder stressiges Pflichtprogramm betrachtet wird, sondern als angenehmer und stimmiger Teil des gesamten Trainings bzw. der Prüfung oder des Wettbewerbs.
Um dies zu realisieren muss allerdings der eigene Bedarf von Mensch und Hund und die gesamte Situation mit berücksichtigt werden. Es muss darauf geachtet werden, dass sich keiner überfordert fühlt, dass die ausgesuchten Aufgaben gut und vor allem korrekt umsetzbar sind und dass das eigentliche Ziel des Aufwärmens so auch wirklich erreicht werden kann. Kompromisse sind nicht nur möglich, sondern dafür auch oft einfach nötig. Je effektiver die eigene Planung durchdacht ist, desto einfacher sind Kompromisse möglich und desto leichter erreicht man dann auch das gewünschte Ziel des Warm Up.
Die Lektionen zur Grundlagentheorie
Um ein besseres Gefühl für dieses Ziel zu haben gibt es die Lektionen zur Grundlagentheorie. Hier geht es dann nicht nur um die körperlichen und psychischen Auswirkungen, sondern auch um das Dehnen. Hierzu wiederhole ich nochmal, dass ich persönlich der Meinung bin, dass „passives Dehnen“ ein unnötiges Risiko und möglicherweise auch ungünstige Auswirkungen auf einige sportliche Bewegungen haben kann, so dass es für mich einfach nicht ins Warm Up gehört. Ich möchte im Aufwärmen unnötige Risiken vermeiden und glaube einfach daran, dass ich über aktive Bewegungsübungen in eine gute und ausreichende Aktivierung des gesamten Hundekörpers kommen kann. Fachlich korrekt ausgeführt und an die Gesamtsituation, den Hund und die anstehenden Aufgaben angepasst, können passive Dehnungen durchaus genutzt werden, aber mir persönlich ist das Risiko und die möglichen Nebenwirkungen einfach zu hoch.
Wichtig: Das heißt nicht, dass passive Dehnungen grundsätzlich zu vermeiden sind oder beim Hund nicht angewendet werden sollen. Ganz im Gegenteil: insbesondere in der Rehabilitation greife ich als Therapeut regelmäßig auf diese Techniken zurück und dort sind sie für viele Therapieerfolge verantwortlich.
In der Lektion zur Ritualisierung und Erwartungshaltung geht es um trainerische und Lerntheoretische Zusammenhänge, die am Ende für die Zusammenstellung des eigenen Warm Up Programms berücksichtigt werden sollten, um unnötige nachteilige Wechselwirkungen zu erkennen, falls nötig korrigieren oder bestenfalls direkt vermeiden oder gezielt und angepasst nutzen zu können.
Die Lektionen zu den Phasen des Warm Up und den MÖGLICHEN Übungen, Tricks und Bewegungen in den drei Phasen
In diesen Lektionen stelle ich die drei Phasen des Warm Up und deren mögliche Inhalte detaillierter vor, so dass du darüber schon ein feiner definiertes Gerüst für deine eigene Planung entwickeln kannst. Wichtig für dich ist, dass die Vorschläge zu Übungen, Tricks und Bewegungen keine vollständige Liste bilden, sondern eine Auswahl möglicher Übungen darstellen.
Diese Auswahl besteht zum einen aus den Übungen, die ich gerne für das Aufwärmen empfehle und zum anderen sind es die Übungen, die in der Regel mit dem entsprechenden Trainingsfleiß auch recht einfach korrekt auszuführen und effektiv einsetzbar. Ich könnte mir vorstellen, dass du diese Übungen daher auch gerne in dein Repertoire mit einbeziehen möchtest.
Trotzdem ist der gesamte weitere Kurs so aufgebaut, dass du auch andere Übungen mit in deine Auswahl einbeziehen kannst. Das entscheidende ist ja, dass du die Übungen auswählst, die dann am Ende für dich und deinen Hund am besten passen. Mir ist nur wichtig, dass du auch bei einer Vielzahl an Übungen, Tricks und Bewegungen eine Art Leitfaden mit an die Hand bekommst, der dir dabei hilft, relativ zügig, das Auszusortieren, was für dich oder deinen Hund nicht wirklich geeignet ist.
In den Vorschlägen zu Übungen und Tricks habe ich sehr bewusst zu Beginn ganz knappe Beschreibungen gewählt, weil gerade im Austausch oder in der Weitergabe von Tips und Vorschlägen an andere sehr häufig die Details weggelassen werden. Wenn wir beim Anhören, sehen oder lesen von Übungsbeschreibungen hinterfragen, was tatsächlich enthalten ist und was uns an Details fehlt, bekommen wir automatisch einen besseren Zugang für die Modifikation dieser Übung.
Um dies zu veranschaulichen gibt es zu den Übungen dann auch die Beispielhinweise, was MIR in der Beschreibung fehlen würde.
Das bedeutet: Wenn du einen Übungstip bekommst, solltest du darüber nachdenken, wie du diese Übung anhand der gegebenen Beschreibung ausführen würdest (LOOK) und was dir für eine konkrete Vorstellung fehlt. In dem Moment, wo du die fehlenden Details wahrnimmst, kannst du weiter darüber nachdenken und überlegen, wie du diese für dich gestalten möchtest (THINK) und was du noch erfragen solltest. So wird die Gefahr für Fehler in der Ausführung reduziert und du vertiefst gleichzeitig deine Wahrnehmung für Übunsgdetails.
Bist du nach diesen Schritten nicht sicher, wie du die Übung ausführen kannst, schau dir die Zielbeschreibung an und überlege, was du tun kannst um diese in dieser Übung zu erreichen (MODIFY). In dieser aktiven und bewussten Auseinandersetzung mit den Übungsbeispielen und anderen Übungen, Tricks und Bewegungen schulst du automatisch auch deine Beobachtungs – und Analysefähigkeit. Je besser du beides beherschst, desto leichter fällt es dir dein Training mit deinem Hund zu reflektieren und auch zu planen und vermeidest, dass du Übungen auswählst die nicht zu dir oder deinem Hund passen oder so ausgeführt werden, dass sie gesundheitliche Nachteile mit sich bringen können.
Hinweis: Fehlen dir dann immer noch Details oder du weißt nicht wie du die Übung umsetzen sollst, gehört sie meiner Meinung nach erstmal nicht auf die Liste der zur Auswahl stehenden Übungen.
Auch für die von mir vorgeschlagenen Übungen gilt:
selbst wenn ich diese sehr bedacht ausgewählt habe und der Meinung bin, dass diese für die meisten Hunde so gut angepasst werden können, so dass sich gesundheitliche Nachteile vermeiden lassen und das gewünschte Ziel erreicht wird, überprüfe bitte trotzdem, ob sie zu dir passen – das vorgestellte Repertoire würde völlig ausreichen, um deinen Hund umfassend durch zu bewegen und zu aktivieren, aber auch hier geht es nicht darum, möglichst alle umzusetzen. Wenn du dich entschieden hast, dass du aus den Übungsvorschlägen welche auswählst schau sie dir gut an, denk darüber nach und passe sie für dich und deinen Hund an, um das Übungsziel auch wirklich zu erreichen.
Die Lektionen zu Irrtümern und Missverständnissen und möglichen Fehlern…
Auch in diesen Lektionen habe ich das aufgegriffen, was mir im Rahmen meiner Arbeit immer wieder zugetragen oder erzählt wird. Vermutlich gibt es noch viele weitere Punkte, die hier aufgezählt werden können, aber die hier dargestellte Übersicht ist nur eine Ergänzung zu den ersten Lektionen und ich bin sicher, dass deutlich wird, dass wir generell immer hinterfragen sollten, ob ein Vorschlag oder eine Meinung bezüglich des Warm UP wirklich sinnvoll erscheint bzw. mit dem vorhandenen Wissen logisch nachzuvollziehen ist.
Zusätzlich zu den Lektionsinhalten habe ich ja bereits oben schon erwähnt, dass es auch innerhalb der Weitergabe immer wieder zu Missverständnissen und Irrtümern und somit teilweise eben auch zu Fehlern in der Ausführung und Nutzung einzelner Übungen, Tricks und Bewegungen führen kann. Deshalb überprüfst du diese ja und passt sie individuell so an, dass das gewünschte Ziel auch erreicht wird.
Die Lektionen zum Cool Down
Im Verhältnis zu den vielen Lektionen, die sich auf den Warm Up Bereich beziehen, ist der Anteil, der sich auf das Cool Down bezieht, im Verhältnis deutlich geringer.
Das Cool down ist in der Realität einfach deutlich einfacher umzusetzen und wenn du die Lektionen, die sich auf die mentalen Bereiche und die individuelle Anpassung mit in deine Cool Down – Planung mit einbeziehst, wirst du vermutlich sehr unkompliziert zu einem entspannten Cool Down Ablauf für dich und deinen Hund kommen.
Die Lektionen zur Anamnese in Planung, Übungen und Situation
Diese Lektionen bieten EINEN möglichen Weg, wenn man aus einer Vielzahl an Übungen, Tricks und Bewegungen die passenden für sich raussuchen möchte und unterstützen dich dabei, dass du schon vor der eigentlichen Planung die Auswahl so weit es geht reduzierst, um deutlich stressfreier aussortieren zu können.
Hier in diesem Kurs beziehen sich die Inhalte natürlich auf das Thema Warm Up, aber du kannst diese Vorgehensweise, wie auch in der Lektion erwähnt, auch auf viele andere Bereiche im Training anwenden und dich selber dabei unterstützen Trainings -, Gesundheit – , Fitness – (u.a.)Druck zu vermeiden.
In der ersten Lektion dieses Abschnittes geht es um den grundsätzlichen Ablauf einer auf viele verschiedene Bereiche angewendeten „Anamnese“ in Abgrenzung zu der medizinischen Form. Eine Bestandsaufnahme sollte grundsätzlich Bestandteil einer jeden Planung sein und dazu beitragen, dass man schon in diesem Ablauf eine gute Basis für die notwendige Klarheit in der Planung schafft.
Die folgenden Lektionen bieten dann jeweils mit dem Fokus auf die Planung, die Übungen und die Situation einen Einblick in die bereichsbezogene Anamnese. Eventuell magst du diese Art der Bestandsaufnahme nutzen, um dir die Planung zu vereinfachen.
Hinweis: Du kannst auch ohne diese Vorüberlegungen direkt in die Vorgehensweise dieses Abschnitts hier hineingehen und wenn du nur eine ganz kleine oder für dich übersichtliche Auswahl an Übungen hast, benötigst du eventuell auch keine weiteren Vorüberlegungen.
Ich persönlich mag es allerdings, wenn ich über die Anamnese meiner persönlichen Planungsmöglichkeiten ( zum Beispiel bezogen auf die Zeitfenster), einer grundsätzlichen Betrachtung meiner Übungsmöglichkeiten oder Präferenzen und einer individuellen allgemeinen Situationsanalyse ein fertiges Raster bekomme, welches mir automatisch ein besseres Gefühl für das für mich „machbare“ und „relevante“ bekomme und dabei gleichzeitig mein Bewusstsein für das, was ich von vorn herein (zum Zeitpunkt der Anamnesen) ausschließen sollte, weil es für mich und meinen Hund eh nicht passend wäre.
Das erspart mir nicht nur Zeit, weil ich über vieles dann gar nicht weiter nachdenke sondern nimmt mir vor allem den Druck, dass ich alles was für meinen Hund gut sein könnte, auch mit einbeziehen und möglichst auch umsetzen müsste.
Es gibt mittlerweile in den meisten Hundebereichen unglaublich viele Angebote, vorgeschlagene Trainings – und Therapiewege und Programme. Vielen davon beinhalten ähnliche Dinge, teilweise nur unter anderen Bezeichnungen oder auch verschiedene Inhalte und Wege, die aber trotzdem zum selben Ziel führen können. Die meisten erklären dabei auch, warum genau dieser Weg besonders gut, besonders gesund oder effektiv ist – für uns, die sich in diesem großen Angebot zurecht finden müssen, wird es dadurch aber nicht einfacher.
Wenn wir nicht willkürlich ausprobieren möchten oder nach dem Prinzip „viel hilft viel“ auswählen möchten, sind individuelle Auswahlraster ein hilfreiches Tool, um den eigenen Stress zu minimieren und den eigenen Bedarf von Mensch und Hund besser zu treffen.
Und nun geht es in der nächsten Lektion weiter mit der Auswahl der eigenen Übungen, Tricks und Bewegungen…

